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Titelfoto: Fahrradfahrer auf dem Deich Titelfoto: Ansicht des Ausländeramtes Titelfoto Kreis Kleve Titelfoto: Ansicht der Kreisverwaltung in Kleve

29.06.2021

Weniger „Erwerbsaufstocker“ – mehr Unabhängigkeit vom SBG II

Grundsicherung für Arbeitsuchende - Anteil an Teilzeit- und Vollzeitjobs steigt weiter

 

Kreis Kleve – Die Zahl und die Quote der so genannten „Erwerbsaufstocker“ ist im vergangenen Jahr weiter gesunken. Hierbei handelt es sich um erwerbsfähige Menschen, die neben ihrem Arbeitseinkommen ergänzende Transferleistungen beziehen. Aktuell gehen 2.642 der insgesamt 10.453 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten einer Erwerbstätigkeit nach. Allerdings sind die Einkünfte aus der Arbeitsleistung nicht so hoch, dass damit der Bedarf der Person oder der Familie vollständig gedeckt werden kann. Dies entspricht einem Anteil von 25,3 Prozent. Vor einem Jahr lag der Anteil der „Erwerbsaufstocker noch bei 30,2 Prozent (3.188 Personen), im Jahr 2015 waren es 33,9 Prozent (4.257 Personen).

Die Ursachen, die dazu führen, dass die Erwerbseinkünfte nicht zur Finanzierung des Lebensunterhalts ausreichen, sind vielfältig. Es handelt sich um Menschen, die geringfügig, in Teilzeit oder Vollzeit einer Beschäftigung nachgehen. Die Stundenlöhne spiegeln dabei das gesamte Spektrum des Arbeitsmarktes wider. Bei einer geringfügigen Beschäftigung oder einem Minijob führen selbst relativ hohe Stundenlöhne dazu, dass „aufgestockt“ werden muss. Und wenn die Stundenlöhne im niedrigen Bereich liegen, reicht beispielsweise selbst ein Vollzeitjob oftmals nicht aus, um eine große Familie zu unterhalten.

Genau hier setzen gezielte Unterstützungsmaßnahmen des Jobcenters Kreis Kleve an. So wird beispielsweise mit einem „Coaching für Erwerbstätige“ Personen mit individuellen Unterstützungsbedarfen geholfen, bei denen das Arbeitseinkommen bisher nicht zu einer Beendigung des SGB-II-Leistungsbezugs geführt hat. Im letzten Halbjahr haben insgesamt 43 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein solches „Coaching für Erwerbstätige“ abgeschlossen. 14 Personen (33 Prozent) arbeiten nun in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung oder haben eine Ausbildung begonnen. Weitere zwei Personen konnten den zeitlichen Umfang ihres bestehenden Jobs erhöhen (5 Prozent). Neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Maßnahme leben nun unabhängig von SGB-II-Leistungen (21 Prozent). Landrätin Silke Gorißen: „Es ist und bleibt unser Ziel, dass möglichst viele Personen, die nun in einem Minijob arbeiten, künftig in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung arbeiten. Denn erst durch solche Jobs werden diese Menschen in die Lage versetzt, ein ‚Auskommen mit dem Einkommen‘ zu haben und damit unabhängig von Sozialleistungen zu leben.“

Kosten der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Im Juni 2021 sank die Zahl der SGB-II-Bedarfsgemeinschaften um 50 auf nunmehr 7.815. Im Vorjahresmonat waren es noch 8.201 Bedarfsgemeinschaften. Aktuell leben 14.001 Personen im Kreis Kleve in diese Bedarfsgemeinschaften, davon sind 10.453 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Bei den verbleibenden 3.548 Sozialgeldempfängern handelt es sich in der Regel um Kinder. Von 100 Einwohnerinnen und Einwohnern des Kreises Kleve befinden sich etwa 5,3 im SGB-II-Leistungsbezug.

Die Zahlen der Vermittlung in Arbeit werden in der Statistik des Jobcenters Kreis Kleve mit einer dreimonatigen Wartezeit erfasst. Im Februar 2021 konnten 131 Personen in sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten vermittelt werden. Weitere 43 Personen arbeiten nun in einem Minijob.

Zur Erfüllung des gesamten Aufgabenspektrums des SGB II wurde im Mai 2021 ein Betrag in Höhe von 10,84 Mio. Euro aufgewendet. Auf den Kreis Kleve und die Kommunen entfielen hiervon etwa 1,47 Mio. Euro für die Kosten der Unterkunft. Bisher lagen die finanziellen Aufwendungen im Jahr 2021 (Januar bis Mai) bei insgesamt rund 46,84 Mio. Euro.