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Titelfoto: Fahrradfahrer auf dem Deich Titelfoto: Ansicht des Ausländeramtes Titelfoto Kreis Kleve Titelfoto: Ansicht der Kreisverwaltung in Kleve

20.04.2021

70- bis 79-Jährige in der Impfwarteschlange

Im Kreis Kleve gibt es viel zu wenig Corona-Impfstoff, um den Altersgruppen unmittelbar einen Termin anbieten zu können

 

Kreis Kleve - Der Kreis Kleve weist darauf hin, dass sich Menschen im Alter zwischen 70 und 79 Jahren zum Teil gedulden werden müssen, bis sie ihre Corona-Schutzimpfung erhalten werden. Es steht schlichtweg nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung, um alle Impfberechtigten direkt bedienen zu können. Hintergrund: Das Landes-Gesundheitsministerium (MAGS) NRW teilt den Impfstoff den Kommunen zu und entscheidet, welche Personengruppen wann ein Impfangebot erhalten. Bei den Über-70-Jährigen geschieht dies jahrgangsweise. „Das Land NRW hat in kurzen Abständen so schnell nacheinander die einzelnen Jahrgänge für die Impfungen zugelassen, dass die zur Verfügung stehende Impfstoffmenge bei Weitem nicht ausreicht, um allen direkt einen Impftermin anbieten zu können“, erklärt Silke Gorißen, Landrätin des Kreises Kleve. „Wichtig ist: Wir bestellen allen Impfstoff, der uns zur Verfügung gestellt wird. Wir verimpfen alle Bestände. Und wir stehen in einem ständigen Dialog mit dem Land, um weiteren Impfstoff zu erhalten und die Kapazitäten der Impfzentren besser auslasten zu können.“

Zahlreiche Impfberechtigte im Alter von 70 bis 79 Jahre

Seit dem 26. März hat das MAGS NRW in schneller Reihenfolge die einzelnen Jahrgänge zur Impfung zugelassen. Die impfberechtigten Menschen haben einen Ministerbrief und ein entsprechendes Begleitschreiben erhalten. Zudem sind auch die Ehepartner und Lebensgefährten – unabhängig vom Alter – impfberechtigt. Im Kreis Kleve leben über 27.000 Menschen im Alter zwischen 70 und 79 Jahren.

Wenig zur Verfügung stehender Impfstoff

Das MAGS NRW verteilt den Impfstoff nicht nach der Anzahl der impfberechtigten Personen, sondern nach der allgemeinen Bevölkerungsanzahl. Landkreise mit vielen Personen im Alter über 70 Jahre haben somit von Anfang an einen strukturellen Nachteil bei der Impfstoffzuweisung - beispielsweise gegenüber Studentenstädten mit vielen jüngeren Einwohnern. „Hinzu kommt, dass generell immer noch viel zu wenig Impfstoff vorhanden ist, aber für die Zukunft eine deutliche Verbesserung der Situation in Aussicht gestellt wird“, sagt Jürgen Baetzen, Fachbereichsleiter für Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz beim Kreis Kleve.

Dem Kreis Kleve stehen für die kommende Woche knapp 4.800 Impfdosen für die Erstimpfung der Altersgruppen über 70 Jahre zur Verfügung. Ab der Folgewoche (ab 3. Mai) weist das MAGS NRW dem Kreis Kleve dann lediglich noch 2.000 Erstimpfdosen für die Altersgruppen zu.

„Jeder, der ein Schreiben erhält, dass er ab sofort impfberechtigt ist, erwartet verständlicherweise, unmittelbar einen Termin vereinbaren zu können. Ernüchternd ist: Mit den aktuellen Impfstoffzusagen wird es noch einige Wochen dauern, bis jeder der 70- bis 79-Jährigen seine Erstimpfung erhalten haben wird“, so Baetzen. „Das Land hat aber für das zweite Quartal deutlich höhere Impfstoff-Lieferungen zugesagt.“

Terminvereinbarung

Zuständig für die Koordination der Impftermine der Altersgruppen ist die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO). Soweit kurzfristig Impfstoff zur Verfügung steht, werden auch zeitnah weitere Termine freigeschaltet.

Impfberechtigte erhalten ihren Termin ausschließlich bei der KVNO online unter www.116117.de oder telefonisch täglich in der Zeit von 8 bis 22 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 116 117 01.